Leserbrief von Heinz Huber zum Artikel der Neckar-Chronik „Horb – Corona-Demonstration“

Leserbrief von Heinz Huber zum Artikel der Neckar-Chronik „Horb – Corona-Demonstration“

12. August 2020 Grundrechte Nordschwarzwald 0

zum Artikel von Benajmin Breitmaier vom 10. August 2020

HINWEIS: Dieser Leserbrief wurde am 13.8.2020 in der Neckar-Chronik veröffentlicht.

Sie sind müde Herr Breitmaier.  Das verstehe ich gut, müssen sie doch immer öfter Ihr Wort erheben gegen Meinungen, die nicht im Mainstreamdenken unterzubringen sind.  Sie müssen sich anstrengen, um die Objektivität der Presse hochzuhalten. Nicht so ganz einfach: 

Habe ich doch selbst in dem Artikel der Südwestpresse bei unserer Praxiseröffnung letztes Jahr (als niedergelassener Allgemeinarzt mit Zusatzbezeichnung Homöopathie) erleben müssen, wie nah angebliche Objektivität und Diffamierung beieinanderliegen können. 

Aber auch ich bin es in dieser Zeit oft müde aufrecht zu stehen, zu informieren, meine Meinung ehrlich zu sagen, nicht aus Eigennutz, sondern aus großer Sorge.

Und andere sind auch müde in dieser Zeit: 

  • die Mütter und Eltern, die über Monate ihre Kinder zu Hause betreuen mussten,
  • die für Ihre alte Mutter sorgende Tochter aus der Nachbarschaft, die gesehen hatte  wie ihre Mutter durch die Coronaeinschränkungen im Altenheim in den letzten Monaten immer mehr abgebaut hat und die sie jetzt in der Not nach Hause geholt hat,
  • der kleine Gastronom, der in den letzten Monaten nur finanzielle Sorgen und Ängste hatte,
  • die immer schon ängstliche Patientin, die jetzt in der Coronakrise eine Potenzierung ihrer Ängste erlebt, und viele andere mehr…… 

Die Menschen und auch ich sind müde, traurig, verzweifelt und zunehmend zornig, wenn jetzt immer noch Angst gemacht wird und Zwangsmaßnahmen propagiert werden, die jetzt (zu Beginn war es anders) nicht den realen Fakten entsprechen. Im Kreis Tübingen ist der letzte Patient an Corona im Mai gestorben. 

Deshalb haben sich 100 Menschen am Freitag in Horb zusammengefunden. Ich verstehe die überschießenden Reaktionen und die Polarisierung, die entstanden ist, obwohl ich mir selbst gerade den Abbau der Polarisierung wünsche.  Aber sind die Maßnahmen, denen wir uns zur Zeit im Sinne des Coronaschutzes unterwerfen müssen nicht auch überschießend?  

Ja ich habe große Sorge vor einer sehr raschen, überstürzten Anwendung eines mRNA Impfstoffes. Eigentlich sind die Bestimmungen zur Einführung eines solchen gentechnischen Impfstoffs auch in der europäischen Gesetzgebung sehr streng geregelt und viele Prüfungen und Gegenprüfungen vorgesehen. Aus der augenblicklichen Not heraus (oder ist die Not gar nicht so gegeben?) ist man gerade dabei diese Vorsichtsmaßnahmen zu übergehen. Wenn dies schief geht, haben wir möglicherweise mit irreversiblen Schäden für uns und unsere Nachkommen zu rechnen. Es tut mir leid wenn ich an dieser Stelle dem renommierten Kollegen Tübinger Immunologe, Hans-Georg Rammensee, widerspreche der sagt: 

„RNA kann nicht ins Genom integrieren, da dieses aus DNA besteht“. Aber die genetische Information einer mRNA kann wohl revers (umgekehrt) in die DNA eingebaut werden.1975 erhielt Howard Temin zusammen mit Renato Dulbecco den Nobelpreis für Medizin für Ihre Entdeckung, dass RNA Information durch das Enzym „Reverse Transkriptase“ in die DNA eingebaut werden kann.

Die Frage an den Kollegen Rammensee müsste genau lauten: Kann man 100% dafür garantieren, dass Informationen aus der gentechnisch neu hergestellter mRNA des Impfstoffes nicht in unser Genom, unsere DNA eingebaut wird? Stellen Sie ihm doch bitte noch die Frage. Mein Plädoyer geht dahin bei der Entwicklung von mRNA – Impfstoffen mit äußerster Vorsicht umzugehen und die bisher strengen Prüfkriterien nicht zu übergehen!!

Persönlich denke ich aber auch, dass eine Impfung nicht „die“ Lösungen unseres Problems ist. Aus den bisherigen Erfahrungen besteht von keiner wissenschaftlichen Seite ein Zweifel, dass unser Immunsystem vorrangig für eine Infektion mit Covid oder den Verlauf der Erkrankung zuständig ist. Deshalb sollten wir unseren Schwerpunkt auf die Stärkung unseres Immunsystems legen, mit gesunder Ernährung, Sport körperlicher und seelischer Ausgeglichenheit und Einbeziehung von komplementärmedizinischen Hilfen, da wir diese leider im schulmedizinischen Denken nicht haben.  In dieser schweren Zeit brauchen wir eine Integration und keinen Kampf der Methoden. Schulmedizin und Komplementärmedizin können in der täglichen Praxis wunderbar zusammenarbeiten. Wir brauchen jetzt das Zuhören, das Gespräch, den Austausch statt Polarisierung.  Und wir brauchen in dieser Zeit Menschen, die Mut statt Angst machen!! 

11.8.2020 
Heinz Huber

Allgemeinarzt, Homöopathie und Palliativmedizin
Schillerstraße 23
72160 Horb am Neckar
tel. +49 / 7451 / 624 8606
fax. +49 / 7451 / 624 8608
Mail: huber@emil-schlegel-klinik.de
Web: www.emil-schlegel-klinik.de

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